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Was versteht man unter Geflügelpest und Vogelgrippe?

Die Klassische Geflügelpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der Aviären Influenza, die durch Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird. Wassergeflügel bildet ein natürliches Virusreservoir von hoher genetischer Vielfalt für niedrig pathogene Influenzaviren.

Im infizierten Wirtschaftsgeflügel können niedrig pathogene Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 zu einer hoch pathogenen Form mutieren, die sich dann klinisch als Geflügelpest zeigt. Infektionen mit anderen Subtypen bleiben auch beim Hausgeflügel meist ohne gravierende klinische Auswirkungen.

Als Vogelgrippe wird in der Öffentlichkeit derzeit die durch hoch pathogenes H5N1 Virus vom Typ Asia verursachte Geflügelpest bezeichnet. Die Tierseuche kann bei sehr engem Kontakt zu infiziertem Geflügel auch auf den Menschen übergehen. Die Geflügelpest grassiert seit Ende 2003 in Südostasien. Ende 2005 trat sie auch in der Türkei auf, seit Februar 2006 sind erste Fälle in Deutschland aufgetreten.

Kann die Vogelgrippe auch auf Haustiere und Menschen übertragen werden?

Unter bestimmten ungünstigen Bedingungen können die bei Vögeln vorkommenden Influenzaviren auch Erkrankungen bei Menschen und Säugetieren hervorrufen.

Bisherige Erfahrungen zeigen, dass eine Ansteckungsgefahr für den Menschen normalerweise nur bei engem Kontakt mit infiziertem Haus- oder Nutzgeflügel besteht.

Am 28.02.2006 hat das Friedrich-Löffler-Institut/Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit darüber informiert, dass das Vogelgrippevirus H5N1 bei einer tot aufgefundenen Katze auf Rügen nachgewiesen wurde. Mittlerweile gibt es weitere Nachweise auf Rügen, das Virus wurde ebenso bei lebenden Katzen in Österreich gefunden.

Da durch den Nachweis der Infektion bei einem Haustier das Virus dem Menschen räumlich näher gekommen ist, sind sowohl besondere Aufmerksamkeit bei allen Bürgern wie auch präventive Maßnahmen seitens des Staates geboten. Denn im Zweifel muss die Sicherheit der Bevölkerung mit allen Konsequenzen Vorrang haben.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) (www.fli.bund.de).

Wie ist die Gefahreneinschätzung für unsere Haustiere?

Pflanzenfressende Säugetiere – wie etwa Rinder und Pferde - sind wenig gefährdet, bei ihnen ist das Virus H5N1 bisher noch nicht nachgewiesen worden. Rinder gelten allgemein als resistent.

Fleischfressende Säugetiere dagegen können sich infizieren, wenn sie große Mengen des Erregers zum Beispiel durch Verzehr aufnehmen. Dies war schon aus Südostasien bekannt: Hier erkrankten Großkatzen (Tiger, Jaguare) in Zoos, nachdem sie mit infizierten Hühnern gefüttert worden waren. Auch an dem Ort, an dem die infizierte Katze auf Rügen gefunden wurde, herrschte ein außergewöhnlich hoher Infektionsdruck: Im Bereich der Wittower Fähre befanden sich ca. 100 von H5N1 befallene Wildvögel. Ein solch hochinfektiöser Sperrbezirk ist in Deutschland bisher ausschließlich in diesem Bereich zu finden. Hinweise darauf, dass Katzen den Erreger auf Menschen übertragen könnten, gibt es nach den zurzeit vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht.

Schweine haben sich als wenig empfänglich für das Virus erwiesen: In Versuchen infizierte Tiere haben das Virus im Körper weder vermehrt noch die Infektion weiter verbreitet. Bei Hunden ist eine Erkrankung bisher nicht festgestellt worden.

Tauben sind für die Geflügelpest weit weniger empfänglich als Hühner und Puten: eine Infektion ist jedoch möglich. Infizierte Tauben scheiden den Erreger allerdings nur in sehr geringen Mengen aus, so dass das Verbreitungsrisiko durch diese Tiere gegenwärtig als gering eingeschätzt wird. Auf Grund der gegenwärtigen Risikobewertung sind Brieftauben deshalb auch von dem Aufstallungsgebot ausgenommen. Von den Singvogelarten in Deutschland geht nach derzeitigem Kenntnisstand ebenfalls kein besonderes Übertragungsrisiko aus.

Kann ich noch Urlaub an der Ostsee machen?

Es spricht aus unserer Sicht nichts dagegen, Urlaub in dieser Region zu machen. Das eigentliche Sperrgebiet Rügen und Stralsund wurde aus tierseuchenrechtlichen Gründen eingerichtet, das heißt Geflügeltransporte, Transporte von Geflügelprodukten, Einstreu und Gülle dürfen nur mit behördlicher Genehmigung erfolgen. Menschen können sich ohne Einschränkungen bewegen. Allenfalls sollten Spaziergänger eventuell abgesperrte Fundorte toter Vögel meiden und auch ihre Hunde dort nicht frei laufen lassen.

Was soll ich tun, wenn ich einen toten Vogel finde?

Wenn zum Beispiel beim Spaziergang oder im Garten ein toter Singvogel gefunden wird, so kann man ihn mit einer Plastiktüte aufnehmen, diese umkrempeln das Tier damit umwickeln und in der Mülltonne entsorgen. Von Singvögeln geht, nach bisherigem Erkenntnisstand, kein besonderes Risiko einer Übertragung der Vogelgrippe aus.

Anders ist dies bei größeren Vögeln, wie z.B. Gänsen, Schwänen, Enten oder Greifvögeln. Den Fund dieser Tiere sollte man nach Möglichkeit dem zuständigen Veterinäramt oder der Polizei melden, damit die Beseitigung oder die Untersuchung auf hochpathogenes Virus H5N1 eingeleitet werden kann.

Können sich Menschen an infizierten Vögeln anstecken?

Am empfänglichsten für die Geflügelpest ist Hausgeflügel, besonders Hühner und Puten. Nur sie scheiden im Krankheitsfall so viel Virus aus, dass sich andere Tierarten oder Menschen anstecken können. Enten und Gänse bilden ein natürliches Reservoir für Influenzaviren. Reisende sollten daher in denen von Geflügelpest betroffenen Ländern Kontakt zu Geflügel meiden und auf den Besuch von Geflügelmärkten verzichten. Geflügelfleisch sollte nur gut durchgekocht oder durchgebraten verzehrt werden, gleiches gilt für Eier. Selbstverständlich sollten keine Geflügelprodukte aus diesen Gebieten in die EU eingeführt werden, dies ist gesetzlich verboten.

Darf mein Kind noch in Parks spielen?

Nach dem Stand der Dinge gibt es für Erwachsene und Kinder keine erhöhte Gefahr einer Infektion. Gerade für die gesunde Entwicklung der Stadtkinder ist das Spielen und Toben in Freiflächen und Parks von großer Bedeutung. Ihr kindlicher Organismus lernt mit den verschiedensten äußeren Einflüssen zurechtzukommen und sich gegen Krankheiterreger erfolgreich zu wehren. Es gelten hier jedoch die gleichen Kriterien wie beim Füttern: Stark mit Vogelkot verunreinigte Stellen dicht am Ufer sind kein geeigneter Platz zum Spielen. Kommt es trotzdem zum Kontakt, ist Hände waschen Pflicht.

Kann man noch Geflügelfleisch, Eier und andere Geflügelprodukte essen? Was ist mit rohen Eiern? Besteht hier eine Gefahr der Übertragung? Müssen Verbraucher beim Kauf von Lebensmitteln etwas beachten?

Zunächst ist festzustellen, dass die deutschen Hausgeflügelbestände frei von Geflügelpest sind und dass die Maßnahmen aus Vorsorge erlassen worden sind, um eine Ein- und Verschleppung des Virus von Wildvögeln auf Hausgeflügel zu minimieren. Das bedeutet, dass auch Lebensmittel wie Geflügel ohne Einschränkungen unter Beachtung der üblichen hygienischen Maßnahmen gekauft und verzehrt werden können. Der Erreger kann über rohe Eier übertragen werden, sofern die Tiere infiziert sind. Das Durcherhitzen von Eiern tötet den Erreger ab. Gleichwohl ist anzumerken, dass es bei einer Infektion mit H5N1 zu einer drastischen Verminderung der Legeleistung sowie zu erheblichen Todesfällen kommt, so dass die Vermarktungsmöglichkeit betroffener Betriebe sehr eingeschränkt ist. Zusätzlich unterliegen die Betriebe im Verdachts- oder Ausbruchsfalle einer strengen Sperre, so dass keine Eier an Verbraucher weitergegeben werden dürfen. In Frankreich ist die Geflügelpest in einem Fall im Nutzgeflügel festgestellt worden. Dieser Bestand ist vorsorglich getötet worden, es scheint keine Verschleppung in andere Bestände gegeben zu haben.

Kann ich Wildvögel wie Enten und Schwäne noch füttern oder mein Vogelhäuschen aufbauen?

Es gibt viele Gründe, die dagegen sprechen, Enten und Schwäne zu füttern. Zum einen wird das Wasser in kleineren Gewässern durch den Eintrag von Nährstoffen schnell verschmutzt und die Tiere verlernen, sich selber um ihr Futter zu kümmern. Zum anderen sollten aufgrund der unklaren Verbreitungswege des Vogelgrippevirus ab sofort Enten und Schwäne in Parks und Grünanlagen nicht mehr gefüttert werden. Die Tiere könnten sich durch Verunreinigungen des Futters untereinander anstecken. Auch die Winterfütterung der Vögel sollte eingeschränkt und nur in langen Frost- und Schneeperioden erfolgen. Vögel die hier fressen, können bei schlecht gepflegten Futterstellen ebenfalls an verunreinigtem Futter erkranken.

Sind von den Maßnahmen auch Brieftauben betroffen?

Vom Aufstallungsgebot ist nur das in der Verordnung genannte Geflügel betroffen. Das sind: Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse.

Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um die Haustiere vor der Vogelgrippe zu schützen?

Um das Risiko der Übertragung der Vogelgrippe auf Haustiere möglichst gering zu halten, hat sich der Nationale Krisenstab Tierseuchenbekämpfung am 1. März 2006 über zusätzliche Vorsorgemaßnahmen geeinigt.

Ziel dieser Maßnahmen ist es zu verhindern, dass Haustiere mit infizierten Wildvögeln in Kontakt kommen.

Mit der am 4. März 2006 in Kraft tretenden Bundesverordnung wird deshalb festgelegt, dass in den bereits bestehenden und künftig gegebenenfalls hinzukommenden Sperrbezirken und Beobachtungsgebieten (in einem Radius von drei bzw. zehn Kilometern um den Fundort infizierter Vögel) nun ein Leinenzwang für Hunde gilt und Katzen im Haus zu halten sind. Die Landesbehörden können bestimmte Ausnahmen hiervon zulassen. Die bestehende Überwachung – das Monitoring – der Wildvögel wird auf hohem Niveau fortgesetzt, dabei zusätzlich auch auf in den Sperrbezirken und Beobachtungsgebieten gefundene oder auffällige Säugetiere, insbesondere Fleischfresser, ausgedehnt.

Ein Impfen von Hauskatzen oder anderen Haustieren ist im Moment nicht möglich, da es zur Zeit keinen geeigneten Impfstoff für Haustiere gibt.

Welche Schutzmaßnahmen können Haustierhalter zusätzlich in eigener Verantwortung ergreifen?

Es besteht kein Anlass zur Panik, aber zur Vorsicht. Grundsätzlich wird Tierhaltern deshalb geraten, überall den Regeln der Hygiene im Umgang mit ihren Schützlingen peinlich genau zu folgen. Weiter sollten Hunde generell im Uferbereich von Flüssen und Seen an der Leine geführt, Katzen ferngehalten werden, sie dürfen nach Möglichkeit nicht mit toten Wildvögeln in Kontakt kommen. Haustiere sollten gut beobachtet werden. Bei Verhaltensauffälligkeiten oder Krankheitssymptomen, die in Zusammenhang mit dem Grippevirus stehen könnten, ist der Tierarzt zu konsultieren.

Sind Jäger durch das verstärkte Wildvogelmonitoring gefährdet? Wie sollten sie sich schützen? Könnten Jagdhunde durch krankes Geflügel erkranken?

Grundsätzlich ist festzustellen, dass es sich in erster Linie um ein tierpathogenes Virus handelt. Das heißt, der Erreger ist nur sehr schwer auf den Menschen übertragbar, so dass bei den bei uns gegebenen Umständen (im Vergleich zu Asien, wo die Menschen in enger Nachbarschaft mit ihren Tieren leben) das Risiko einer Infektion nicht sonderlich hoch ist. Dennoch sollten hygienische Grundsätze eingehalten werden:

Zum Beispiel das Tragen von Handschuhen beim Hantieren mit erlegten Wildvögeln und Abbrühen der Tiere vor dem Rupfen. Sofern die Innereien nicht verzehrt werden, sollten sie ordnungsgemäß beseitigt werden. Wildgeflügel und Wildgeflügelprodukte sollten nur ausreichend erhitzt oder durchgegart verzehrt werden. Um einen Eintrag von Influenzaviren in Hausgeflügelbestände durch Jäger zu verhindern, müssen hygienische Maßnahmen wie z.B. Wechsel und Reinigung der Jagdkleidung eingehalten werden. Es muss zudem sichergestellt sein, dass erlegte Wildvögel oder deren Produkte nicht mit Hausgeflügel in Kontakt kommen.

Hinweise, dass H5N1 auf Hunde übertragbar ist, gibt es derzeit nicht.

Warum bekommen manche Halter Ausnahmegenehmigungen, die sie von der Aufstallungspflicht befreien?

Grundsätzlich gilt das Aufstallungsgebot. Auch die Ausnahmeregelungen sind in der Eilverordnung verankert. Die zuständige Behörde kann jedoch im Einzelfall Ausnahmen von dem grundsätzlichen Aufstallungsgebot genehmigen, wenn eine Aufstallung wegen bestehender Haltungsverhältnisse objektiv nicht erfüllt werden kann und andere Maßnahmen zur Absonderung des Geflügels getroffen werden. In jedem Fall sind Enten und Gänse vom übrigen Geflügel getrennt zu halten. Sofern die zuständige Behörde eine Ausnahmegenehmigung erteilt hat, sind auch in diesem Fall die Tiere mindestens monatlich klinisch tierärztlich zu untersuchen; diese Untersuchung muss tierärztlich dokumentiert werden.

Wer kontrolliert diese Maßnahmen sowie die Einhaltung der Aufstallungspflicht?

Die Aufstallung wird von den nach Landesrecht zuständigen Behörden kontrolliert (Veterinärämter).

Wer übernimmt die Kosten der verstärkten tierärztlichen Untersuchungen der Tiere insbesondere bei Ausnahmegenehmigungen?

Die Kosten hat der Tierhalter zu tragen.

Was kann bzw. sollte man tun, wenn man den Verdacht hat, dass ein Tierhalter gegen die Eilverordnung verstößt?

Es ist immer angezeigt, bei beobachteten Verstößen, die zuständige Behörde zu informieren. Darauf hingewiesen sei, dass Verstöße mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden können.

Dürfen Geflügelschauen stattfinden?

Die Durchführung von Geflügelmärkten, Geflügelschauen, Geflügelausstellungen oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist für die in der Eilverordnung aufgeführten Geflügelarten ausnahmslos verboten.

Eine Infektionsgefahr von Tier zu Mensch, wie in Asien, ist in der derzeitigen Situation nicht gegeben. Vögel scheiden jedoch mit ihrem Kot immer verschiedenste Erreger aus. Deshalb sollte man sich nach dem Kontakt mit Wildvögeln oder ihren Ausscheidungen gründlich die Hände waschen.

Wie werden Vögel auf Aviäre Influenza untersucht?

Bei der Untersuchung, ob ein Vogel mit Vogelgrippeviren infiziert ist, gibt es in Deutschland eine genau festgelegte Arbeitsteilung zwischen den Bundesländern und dem Nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems.

Zurzeit laufen bundesweit intensive Überwachungsprogramme von Wild- und Hausgeflügel. Um eine möglichst rasche, aussagekräftige Diagnostik zu ermöglichen, die auch den Vorgaben der Europäischen Union gerecht wird, haben sich Bund und Länder auf folgende Abläufe geeinigt:

a) Untersuchungen im Rahmen des Wildvogel-Monitorings 2005/2006
Die Erstuntersuchungen werden von den Untersuchungseinrichtungen der Länder durchgeführt. Methode: M-PCR (Multiplex-Polymerase-Ketten-Reaktion). Mit dieser Untersuchung können die Länder feststellen, ob der Vogel mit irgendeiner Form eines Vogelgrippevirus infiziert ist.
Falls ja, werden Proben an das Nationale Referenzlabor auf der Insel Riems geschickt. Dort wird näher untersucht, um welches Virus es sich handelt (Subtypisierung). Erst dann kann man zuverlässig sagen, ob der Vogel mit einem hochpathogenen (d.h. hochaggressiven und hochansteckenden) Geflügelpestvirus (H5N1 oder H7N7) oder einer niedrigpathogenen Form des Vogelgrippevirus infiziert war.

b) Untersuchung bei vermehrten Todesfällen von Wildvögeln
Auch hier führen die Untersuchungseinrichtungen der Länder eine Erstuntersuchung durch (siehe oben). Im positiven Fall werden unverzüglich Proben, Organproben oder ganze Tierkörper an das Nationale Referenzlabor auf der Insel Riems geschickt. Dort wird untersucht, welcher Subtyp des Virus es ist (siehe 1.)

c) Untersuchung von Verdachtsfällen bei Haus- und Wirtschaftsgeflügel
Bei Auffälligkeiten in Beständen von Haus- oder Wirtschaftsgeflügel wird Probenmaterial (auch Organproben oder ganze Tierkörper) parallel zu den Untersuchungseinrichtungen der Länder unverzüglich an das Nationale Referenzlabor auf der Insel Riems geschickt. Dort wird, wie auch in den Landesuntersuchungseinrichtungen, untersucht, ob Vogelgrippeviren nachgewiesen werden können. Methode: M-PCR (Multiplex-Polymerase-Ketten-Reaktion). Falls ja, wird anschließend untersucht, welcher Subtyp des Virus es ist (siehe 1.).

Wie werden die Maßnahmen gegen Vogelgrippe koordiniert?

Die Zusammenarbeit von Bund und Ländern funktioniert. Wir sind schnell in der Lage, gemeinsame Maßnahmen zu ergreifen und umzusetzen. Im Moment liegt der Schwerpunkt auf der Bekämpfung der Vogelgrippe. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wird dabei national alle nötigen Maßnahmen koordinieren und die Kommunikation zur EU-Kommission sowie Drittländern sichern.

Gibt es bereits einen Impfstoff?

Die Impfstoffentwicklung für Tiere am Friedrich-Loeffler-Institut steht erst am Anfang. In einigen Ländern (Niederlande und Frankreich) wurden Impfungen in einigen Risikogebieten und für bestimmte Rassen erlaubt. Bislang war nach EU-Recht die Schutzimpfung gegen die Geflügelpest verboten. Anders ist die Situation in Südostasien. Dort wird geimpft, um die Erregerdichte in endemisch verseuchten Gebieten zu verringern.

Mehr Informationen zum Impfstoff und zum Impfen finden Sie unter www.fli.bund.de.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auf den Menschen übergeht?

Dazu gibt es im Internet Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) (www.bmgs.bund.de) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) (www.rki.de).

Ist man auch für den Ausbruch der Krankheit bei Menschen ausreichend vorbereitet?

Die Bundesregierung bereitet sich auch auf den Fall des Ausbruchs bei Menschen vor. Details finden sich in den Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit und des Robert-Koch-Instituts zur Vogelgrippe.

Wie kann sich der Einzelne vor der menschlichen Form schützen (insbesondere Tierhalter)?

Für Personen, die Geflügelpesterregern in besonderem Maße ausgesetzt sein können, ist das Tragen von geeigneter Schutzkleidung einschließlich Schutzmaske und -brille die wichtigste Maßnahme. Die H5N1-Infektion ist bislang in Südostasien in der ganz überwiegenden Mehrzahl der Fälle auf direkten und intensiven Kontakt mit infiziertem (Haus-) Geflügel zurückzuführen. Übertragungen von Mensch zu Mensch wurden bislang nur in einem Fall aus Thailand (Mutter - Tochter) bestätigt. Insofern bestünde eine wichtige Maßnahme für Bürger darin, solche Kontakte mit potenziell infiziertem Geflügel zu meiden.

Was kann der Einzelne vorbeugend tun (zum Beispiel bei Reisen)?

Das BMELV hat ein Merkblatt vorbereitet, das den Botschaften in den betroffenen Ländern, dem Zoll und den Reiseveranstaltern zur Verfügung gestellt wurde. Auch das Auswärtige Amt (www.auswaertiges-amt.de) informiert über seine Homepage mit ständig aktualisierten Hinweisen.

Reisende sollten in den betroffenen Ländern Kontakt zu Geflügel meiden, auf den Besuch von Geflügelmärkten verzichten und Geflügelfleisch nur gekocht oder durchgebraten verzehren. Selbstverständlich sollten keine Produkte in die EU eingeführt werden, die entsprechenden Verboten unterliegen.

Welche internationalen Aktivitäten gegen die Vogelgrippe gibt es?

Die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) leistet gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Internationalen Tierseuchenamt (OIE) intensive wissenschaftliche und technische Unterstützung. Einen Schwerpunkt bildet dabei Vietnam.

Die Hilfsmaßnahmen zielen auf eine Intensivierung der Überwachungsmaßnahmen vor Ort und den Ausbau der diagnostischen Möglichkeiten ab. Aber auch die Verbesserung der risikoanalytischen Fähigkeiten und die Anwendung von Impfprogrammen sind Ziele der Zusammenarbeit.

Wer trägt die Kosten des Monitorings bei Hausgeflügel?

Der Geflügelhalter hat die Kosten der Untersuchung zu tragen. Die reinen Untersuchungskosten belaufen sich auf etwa 6 Euro.

Wie läuft das Wildvogelmonitoring ab?

In das bereits laufende Monitoring, bei dem von Institutionen, die Wildvögel beringen, aber auch von Mitarbeitern von Naturschutzbehörden im Rahmen von Beringungen von Wildvögeln Proben entnommen werden, werden durch die Geflügelpest-Schutzverordnung auch Jagdausübungsberechtigte eingebunden; dies geschieht nach näherer Anweisung durch die zuständige Veterinärbehörde. Im Rahmen der Anweisung ist u.a. die Probenart (z.B. Kloakentupfer, Rachentupfer), das Probenkontingent sowie die Untersuchungseinrichtung, an die die Probe zu senden ist, zu bestimmen.

Wer zahlt im Falle einer angeordneten Tötung von Tieren?

Es wird für Tiere, die auf behördliche Anordnungen getötet werden, eine Entschädigung geleistet. Nach § 71 Abs. 1 des Tierseuchengesetzes regeln die Länder, wer die Entschädigung gewährt und wie sie aufzubringen ist. Dabei hat zunächst das Land die Entschädigung zu leisten. In der Regel werden jedoch für bestimmte Tierarten zur Gewährung der Entschädigung Beiträge erhoben ("Tierseuchenkassenbeiträge"). In Folge dessen leistet das Land nur einen Beitrag von 50 % zur Entschädigung, die anderen 50 % rekrutieren sich aus den Tierseuchenkassenbeiträgen. Der Mindestbeitrag für Geflügel beträgt für jeden Beitragspflichtigen 5,00 €. Entschädigt wird der gemeine Wert des Tieres ohne Rücksicht auf eine Wertminderung durch die Seuche; der Höchstentschädigungssatz für Geflügel ist im Tierseuchengesetz auf 51 Euro je Tier festgeschrieben.

Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Stand: 8. März 2006

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Bürgermeister der Stadt Fehmarn
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